Vorher/Nachher: Ending another day above the clouds

posted in: Vorher/Nachher 0

In diesem Post zeige ich, wie ich mein Landschaftsfoto “Ending another day above the clouds” bearbeitet habe. Als Werkzeuge kamen dabei Lightroom und Photoshop zum Einsatz.

Die Aufnahme
Das Foto ist auf Teneriffa entstanden. Ich hatte diesen Shot lange geplant und wusste, dass die Sonne neben dem Teide untergeht. Also hatte ich auch alles benötigtes Equipment dabei: meine Canon Kleinbildkamera (5D Mark II), mein Weitwinkelzoom (16-35mm f/2.8) und meinen Lee Grauverlaufsfilter (0,9 GND Hard). Außerdem wichtig bei so bewusst fotografierten Landschaftsaufnahmen: ein Stativ, in diesem Fall mein Velbon Ultra Rexi Reisestativ.

Nach dem Wählen des Bildausschnitts positioniere ich den Grauverlaufsfilter im Bild. In dem Fall leicht schräg, so dass er sich den Verlauf der Bergkette im linken Bild anpasst. Um den Dynamikumfang des Bildes noch weiter zu erhöhen habe ich zwei Aufnahmen gemacht, eine richtig belichtete Aufnahme (ISO100, 22mm, f/14, 1/20s) und eine etwas überbelichtete Aufnahme (ISO100, 22mm, f/14, 0,3s). Das wäre nicht unbedingt nötig gewesen, gibt mir aber etwas mehr Spielraum bei der Bearbeitung.

Grundbearbeitung in Lightroom
Beide Bilder habe ich identisch bearbeitet. Bei Landschaftsaufnahmen immer mein erster Schritt: die Profilkorrekturen aktivieren, um die Verzerrung und Vignettierung vom Objektiv zu beseitigen. Danach noch ein Häkchen, um die chromatischen Aberration zu entfernen. Danach das Bild gerade ausrichten, den Kontrast etwas erhöhen (+25), die Lichter reduzieren (-99, um eine ausgefressene Sonne zu vermeiden), und etwas Klarheit hinzufügen (+10). Schon vor der Übergabe an Photoshop schärfe ich meine Landschaftsbilder etwas (+50, Radius: 1,0). Das mache ich, weil ich den Lightroom-Schärfe so mag und bei Landschaftsbildern sowieso alles scharf abgebildet werden soll. Bei Portraits, wo selektive Schärfe eine große Rolle spielt, würde ich zum Abschluss der Bearbeitung in Photoshop schärfen.

Bearbeitung in Photoshop
In Photoshop wechsle ich zunächst in die 100% Ansicht und entferne störende Bildelemente, also z.B. Staub auf dem Sensor oder Müll, der in der Landschaft rumliegt. Bei dieser unberührten Natur dort oben musste ich nur etwas Sensordreck beseitigen. Vereinzeln widme ich mich auch Flares, die zu sehr ablenken. Dazu benutze ich den Bereichsreparatur-Pinsel und den Kopierstempel.

Danach habe ich die leicht überbelichtete Aufnahme als Ebene mit einer Maske über die richtig belichtete Aufnahme gelegt. Als Modus habe ich “Aufhellen” benutzt. Die Maske sorgt hauptsächlich für eine Überblendung der Bilder im vorderen Bereich, um so den Vordergrund etwas aufzuhellen und freundlicher zu gestalten.

NIK Collection, Viveza
Viveza erlaubt es mir schnell, einfach und vor allem sehr gezielt die Farben und Kontraste zu bearbeiten. Statt großartig in Photoshop mit Einstellebenen und komplexen Masken zu arbeiten, kann ich in Viveza mit einem Klick den gewünschten Bereich auswählen und verändern. Die Maskierung passiert dabei automatisch im Hintergrund und ist erstaunlich gut.

Bei diesem Bild habe ich den Kontrast des Berges etwas erhöht, den oberen linken Himmel und die Berge an der linken Seite etwas aufgehellt, und außerdem die Struktur im Himmel etwas verstärkt. Letzteres habe ich gemacht, weil mir die Wolken in dem Bild so gut gefallen haben und ich diese etwas betonen wollte.

NIK Collection, Color Efex
Zum letzten Schliff vom Bild nutze ich gerne Color Efex, was genau wie Viveza aus der NIK Collection kommt. Hier verpasse ich dem Foto den finalen Look. Für das hier vorgestellte Foto habe ich etwas “Tonal Contrast” auf den Himmel angewendet, um die Farbkontraste noch etwas lebendiger zu machen. Gerade Wolken verleiht dieses Preset oft den letzten Kick. Außerdem habe ich noch das “Sunlight” Preset benutzt, um dem Bild etwas mehr Wärme zu verpassen.

Natürlich könnte man auch das alles in Photoshop lösen und hätte dabei sicher auch noch mehr Kontrolle, welche Bereiche man manipulieren möchte. Ich selbst mag jedoch Viveza und Color Efex, weil sie die komplexen Photoshop-Aktionen einfach präsentieren. Die Regler an denen ich schraube haben genau die Beschriftung, die ich erwarte und brauche. Mit den Kontrollpunkten kann ich die Wirkung der Anpassungen gut genug und schnell steuern. So viel Komfort tausche ich gerne gegen übermäßige Kontrolle.

Fazit
In diesem Artikel habe ich euch die Bearbeitung von einem meiner Landschaftsfotos vorgestellt. Zuerst die Vorverarbeitung in Lightroom, dann etwas Photoshop mit Benutzung von NIK Viveza und Color Efex. Sicherlich hätte man es auch anders bearbeiten können. Insbesondere die zwei Belichtungen wären nicht unbedingt nötig gewesen, weil die verwendete Kamera genug Reserven zum Aufhellen gehabt

Das bearbeitete Bild hat es bei 500px, einer sehr renommierten Seite für erstklassige Fotos, in der Landschafts-Kategorie bis auf die erste Seite geschafft. Insgesamt ist es mit Pulse 98,9 bis auf Seite 3 gekommen, was mich total fasziniert hat.

Visuelle Gegenüberstellung
eadatc-vorher-nachher